Einblicke durch die Brillen ic! berlins

gepostet am 13. Mai, 2016

Kim und Jann

Stecken, Klipsen, Drehen – mit diesen Handgriffen kann man eine Gruppe Industriedesign-Studenten  einen ganzen Vormittag lang beschäftigen. Hätten Sie nicht gedacht? ic! berlin kann es.

Die Designer-Brillen der Firma zeichnen sich durch ein besonderes Feature aus: Sie funktionieren – anders als herkömmlich Brillen – ohne Schraubverbindung und basieren stattdessen auf einem einfachen Steckprinzip. Was als Studienaufgabe begann, ein Verbindungsgelenk ohne Schrauben zu entwickeln ist heute die international bekannte Firma ic! berlin.

Begrüßt wird unsere Gruppe von Kommilitonen der HTW vom Studiengang Game Design, der uns durch die Büro- und Manufaktur-Räume ic! berlins führte. Box Sack und Schaukel gehören genauso zur Einrichtung wie eine gemütlich , einladende Sitzecke und eine großzügige Kücheninsel. Wer hier arbeitet, wird in jeder Emotionslage ernst genommen.

Zu Beginn der Führung begeben wir uns zunächst auf die Dachtrasse der Firma, die einen beeindruckenden Blick auf den Fernsehturm und über die Dächer Berlins bietet. Durch die Manufaktur- und Büro-Räume ic! berlins geführt erhalten wir anschauliche und umfassende Einblicke in den Herstellungsprozess der Designbrillen, sowie wissenswerte Fakten zur Entstehungsgeschichte der Firma.

Das Lasern, Biegen und Schleifen des Federstahls wird maschinell ausgeführt – der Rest, wie das Einsetzen der Gläser oder Dekor-Applikationen, sind Handarbeit, bei der sich die Arbeiter/innen bereitwillig von uns über die Schulter schauen lassen und uns unsere Fragen äußerst freundlich und hilfsbereit beantworten.

Die Führung endet schließlich an der „Wall-of-Frame“, an der von der ersten noch handgefertigten Brille bis zur aktuellen Kollektion alle Brillengestelle chronologisch aufgereiht sind. In diesem Überblick manifestiert sich die Entwicklung der Firma noch einmal sehr deutlich. Die Brillengestelle tragen Namen wie „Peter oder „Merle“, Berliner Nachtclubs wie das „Ritter Butzke“ oder Berliner S- und U-Bahnstationen – eine liebevolle Affinität und Identifikation mit Berlin.

Zum Schluss bleibt auch noch Zeit, sich durch die Brillengestelle durchzuprobieren, um mit seinem Lieblingsgestell am hauseigenen Fotoautomaten ein Erinnerungsfotos zu machen.

Verblüffend war die Aufgeschlossenheit und Transparenz mit der wir in die Produktionsschritte der Firma eingeweiht wurden. Diese Eigenschaften drücken sich ebenso im Firmen-Konzept ic! berlins aus. So findet beispielsweise jeder Kunde auf der Innenseite seines Brillenbügels die Handynummer des Firmen-Chefs Ralph Anderl, um Feedback, Fragen und Kritik einzureichen.

Es bedanken sich ganz herzlich für diese sehenswerten Einblick durch die Brillen ic! berlins das 1. Semester Industrial Design der HTW Berlin.

Hinweisen möchte ich zu Ende des Berichts noch auf die „Drink- and Draw“-Events unserer Game Design-Kommilitonen bei ic berlin. Akt- und Porträt-Zeichenkursen mit feiern und tanzen. Einmal im Monat findet eine „Drink- and Draw“- Motto-Party statt, bei der im Motto-Dress Code für einander Model gestanden und zeichnen wird.

Ein großartiges Kunst-Event, dass die Möglichkeit bietet, sich über Kunst auszutauschen, sich zu verkleiden und zusammen Zeichnen zu lernen.

Kim Kakoschke über die Exkusion im Fach Konstruktion und Fertigung bei Prof. Sebastian Feucht

 

Besuch des Otto Bock Science Center

gepostet am 24. Jan, 2015
Staunen

Der Besuch des Science Center am Potsdamer Platz lohnt sich!

Die Architektur ist eindruckvoll, die Ausstellung ist sehr anschaulich. Eine tolle Führung und die interaktiven Medien (übrigens von Art&Com) verdeutlichen, wie wir uns bewegen, greifen, rennen, laufen – Komplexität pur! Die Protesen sind hochtechnologisch und ausgezeichnet gestaltet.

Otto Bock ist ein deutsches Familienunternehmen, dass in Forschung und Entwicklung im Bereich Orthopädietechnik führend ist.D

Die Ausstellung besuchten wir im Rahmen des Kurses Universal Design Thinking mit Prof. Birgit Weller.

Fotos: Alexander Naumann, Birgit Weller

 

NID International Bamboo Workshop 2014 — Tag 6

gepostet am 6. Dez, 2014
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„IT’S THE FINAL COUNTDOWN“, um frei nach EUROPE zu zitieren.

Willkommen zum Präsentationstag! Ein bunter Mix aus letzten Anstrichen, finalem Schleifen und dem Aufbau der Präsentation, die unsere Professoren Katrin Hinz, Birgit Weller und Jan Vietze gestalteten. Wir haben die große Ehre im wunderschönen ‚Aquarium‘ ausstellen zu dürfen, einem von allen Seiten verglasten Raum mit Ausblick ins Grüne. So einen Raum wünschte ich mir auf den Wilhelminenhofcampus! Als wir uns die Resultate dieser fünfeinhalb Tage ansahen wurde uns staunend bewusst, wieviel wir in so kurzer Zeit gestaltet hatten.

Von indischer Seite wurde der Zugang aufwendig mit frischen Blumen geschmückt.

Nach einem kleinen Snack im BMW (Behind the Metall Workshop 😉 trugen wir unsere einheitlichen, extra gefertigten BAMBOO-WORKSHOP-SHIRTS und versammelten uns zur Präsentation unserer Ergebnisse. Mit einer feierlichen Zeremonie wurde die Ausstellung vom Direktor eröffnet. Wir waren erstaunt, wieviele Lehrende und Gäste Interesse an unseren Arbeiten zeigen. Das Feedback war großartig!

Die herausragende Vorbereitung des Workshop, die Arbeitsbedingen, die Unterstützung duch die Craftmen, das Wohnen auf dem Campus, die intensive Betreuung und täglich nur wenige Stunden zum Essen und Schlafen hatte sich gelohnt.

Bilder: Kay Kazemi, Marten Jahn, Birgit Weller

NID International Bamboo Workshop 2014 — Tag 5

gepostet am 5. Dez, 2014
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Es ist Donnerstag und das wilde Treiben im Workshop wird bei nahender Präsentation noch wilder. Uns – 25 indischen und deutschen Studierenden – stehen seit Workshopbeginn für die Realisierung unserer Ideen und Entwürfe drei Craftsmen zur Seite. Zwei Craftsmen sind extra für uns aus Ostindien angereist!  Die erfahrenen Handwerker spalten, biegen, schneiden und verformen den Bambus spielend. Für uns ist die Situation doch sehr ungewohnt, Entwürfe zu zeichnen und dann bauen zu lassen. Auf diese Weise können aber auch größere Objekt, wie Stühle oder Kinderschaukeln entstehen. Für uns ist es jedoch teilweise einfacher unsere Ideen selbst zu bauen – die Sprachbarriere wird hier doch deutlich spürbar. Bambus ist außerdem so ein tolles Material, dass wir es genießen es selbst zu bearbeiten.
Auch die Presse begleitete uns heute erneut, machte eifrig Fotos und interviewte Teilnehmer. Wir sind beeindruckt, welche mediale Präsenz und Wichtigkeit das NID hat.

Parallel zu unseren Projekten arbeiten wir an einer Dokumentation über das Projekt. Ohne die fantastische Unterstützung des Direktors Pradyumna Vyas hätten wir nicht diese Möglichkeiten. Wir waren froh, dass er uns bei seinem engen Zeitpan zu einem Interview bereit war 🙂

 

Bilder: Kay Kazemi und Birgit Weller

NID International Bamboo Workshop 2014 — Tag 3

gepostet am 2. Dez, 2014
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Tag 3

Und natürlich haben wir es uns nicht entgehen lassen, den Abend auf unserer Dachterasse mit indischer Unterstützung ausklingen zu lassen. Vielleicht ein bisschen zu lang, und zu laut  — Prof. Katrin ermahnte uns, man hörte die Gruppe wohl auf den ganzen Campus.

09:30 — Methodik made in Germany: Kommilitone Danny hat zur Themenfindung einen Kreativ-Workshop gehalten in dem es darum ging, möglichst schnell auf eine große Menge an Ideen zu kommen, heraus zu arbeiten und dann aus diesen das passende Produkt zu generieren

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16:00 — Elf Uhr Dreißig: Wahrscheinlich werden wir noch ein paar Tage brauchen um uns an die Zeitverschiebung zu gewöhnen und dann gehts auch schon zurück. Die Stimmung in der Werkstatt ist entspannt. Prof. Katrin und Prof. Birgit entwerfen gemeinsam Schmuck, immer mal wieder gibts Tee oder eine entspannte Runde über den Campus. Um 18:00 gehts in die zweite Runde des Kurzfilm-Screenings und mit Sicherheit werden wir auch nach dem Abendessen noch eine Runde arbeiten.

21:00 – Kurzer Stadtbummel: Nach dem Abendessen in der Mensa entschlossen sich ein paar von uns noch zu einem kurzen Stadtbummel zum nahe liegenden Supermarkt. Zwar war der nur knapp ein Kilometer entfernt, doch war der Weg deswegen nicht weniger aufregend. Straßenverkehr in Indien ist für den gemeinen Europäer eine Mischung aus Impressionsflut und Glück. Das Highlight war das Petro-Leum an dem wir vorbeikamen, so schöne Verleser passieren nur auf Reisen.

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Fortsetzung folgt …

NID / HTW — International Bamboo Workshop 2014 — Irgendwo zwischen Klassenfahrt und VIP

gepostet am 30. Nov, 2014
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10 Studierende aus den Studiengängen Industrial- und Kommunikationsdesign der HTW Berlin (ID: Anna Maria Kathrein, Julian Böyng, Sabrina Moschütz, Danny Giebitz, Anica Pasbrig, Marten Jahn, Karolina Piaskowska KD: Gordon Teßmann, Kay Kazemi, Peter Kessel) sind mit den Professoren Katrin Hinz, Birgit Weller und Jan Vieze zu einem Workshop ans ›National Institute of Design‹ in Ahmedabad (Indien) eingeladen und besuchen dort ,neben einem sechstägigen Bambus Workshop mit indischen Studierenden, verschiedene Produktionsstätten und die Convocation 2014.

Es berichtet Peter Kessel, 9. Semester Kommunikationsdesign, HTW Berlin.

Tag 1

04:00 — Ankunft auf dem Campus: Nach acht Stunden Flug und viereinhalb Stunden Zeitverschiebung sind wir ›minus eins‹ in Ahmedabad gelandet. Marten gönnte sich eine Nacht in Abu Dabi und den Umweg über Mumbai (es gab Probleme im Buchungssystem, mit ca 16 Stunden Verspätung ist auch er am NID angekommen). Die erste Fahrt im indischen Taxi war aufregend und etwa gegen 4 Uhr Ortszeit begrüsste uns Prof. Birgit Weller, die schon vor ein paar Tagen auf dem Campus angekommen ist.

 

13:00 — Ein erstes Hallo: Unsere erste Nacht in den Gästehäusern — Geschlechter streng getrennt — war sehr kurz und zum Frühstück gab es nur Kekse. Wir mussten uns Entscheiden: Frühstück vs. Schlaf. Bei der ersten Tour über den Campus waren Professor Birgit und Professor Katrin (so werden Frau Hinz und Frau Weller hier genannt) unsere Guides und natürlich begrüßten uns die Exchange-Students Alexandra, Nicole und Anne, die ihr Auslandssemester hier verbingen.

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14:00 — Bamboo: Ab 14 Uhr gab es im Auditorium Vorträge von Workshopleiter Prof. Pravinsinh K. Solanki, Prof. Birgit und den indischen Studenten, die uns in die Thematik Bambus einführten. Nach einer spannenden Vorstellungsrunde teilten wir uns gleichmäßig in fünf deutsch-indische Gruppen auf und stiegen sofort in die Entwurfsphase ein. Aus fünf Themen konnte gewählt werden, darunter Jewellery Design und Office Accessories, Home Accessories (Kitchen/Dinning, Living/Bedroom), Nursery School furniture und Garden Accessories.

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19:00 — Nach 3 Jahren mal wieder Mensa: Unser erstes echt indisches Mensa-/Abendessen ist ein voller Erfolg, ein bisschen zu scharf, alle hatten Spaß und sind satt geworden.

Obwohl wir noch nicht viel vom Land gesehen haben, scheint der Campus wie eine Oase, seine tolle Architektur, das viele Grün und die Ruhe und Gelassenheit im Gegensatz zum Hupen und Rauschen der Strasse. Wir wurden von unseren indischen Mitstreitern sehr offen empfangen und neben Fachlichem ist genug Raum für gemeinsamen Tee, Witze und den Austausch über Klischees.

Weiter zu Tag 2

Nachricht aus der Bezalel Academy of Arts and Design – Jerusalem

gepostet am 12. Dez, 2013
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Jerusalem – da denkt MENSCH zuerst an viel Religion und viel Geschichte, nicht unbedingt an Design. Dennoch gibt es hier die größte und beste Kunst- und Designhochschule des Nahen Ostens. Die Bezalel Academy of Arts and Design thront auf dem Mount Scopus über der Stadt und beherbergt sieben der acht gestalterischen Bachelor-Studiengänge der Hochschule.

Zu den Kursen: Von den Studio Classes, die vergleichbar sind mit unseren Hauptprojekten. Zur Auswahl stehen Kurse zu den Themen Sitzmöbel, Gastfreundschaft, Urban Mobility, körpernahes Design und ein konzeptioneller Kurs zu Übergewicht (in jeglichem Sinn). Der Designprozess meines Studios Sustainable Design in Public Space wird vom äußerst kompetenten Prof. Elisha Tal sehr anschaulich begleitet. Neben weiteren interessanten Angeboten des Industrial Design Departments (Sketching, Inclusive Design, Spielzeug, Textile Technology, Materialkurse…) sind auch die Interdepartment Classes eine Über- und Belegung wert. Studierende aller Studiengänge treten hier in Dialog zu unterschiedlichen Themenstellungen. In „Artistic Action in Urban Space“ versuche ich mich mit Keramikdesignerinnen und Kommunikationsdesignern am Mapping eines anonymen Wohnkomplexes im Zentrum Jerusalems. Zusätzlich zu den Designfächern wird noch ein sehr empfehlenswerter Hebräisch-Kurs angeboten, in welchem uns die goldige Dina auf lockere und eingängige Art das Einmaleins der Kommunikation in Israel beibringt.

Die Bezalel Academy bietet ein großartiges Studienumfeld. Auslassen kann mensch sich in einer gut ausgestatteten Werkstatt mit Drehbänken, Oberfräsen, CNC-Fräsen, Cutter, Schweißgeräten, Laser, 3D-Drucker…. Die Studierenden sind super hilfsbereit und übersetzen gern im Unterricht, der meist auf Hebräisch ist. Ansonsten verstehen aber auch alle Englisch. Insgesamt ist das Studium sehr intensiv und bietet spannende Aufgaben.

Wer ein Zimmer in Jerusalem sucht, sollte etwas Geduld einplanen und flexibel sein. Die für wärmere Temperaturen vorgesehene Bauweise ist im Winter doch etwas abenteuerlich. Ein Elektroheizkörper, heiße Schokolade und Pullover bringen 4 Kommiliton*innen und mich gerade durch den stärksten Winter seit 60 Jahren. Abgesehen von dieser Woche ist es aber deutlich wärmer hier. Das Studierendenwohnheim bietet zwar eine Zentralheizung, ist aber teuer und liegt abseits. Außerdem geht doch nichts über die Vorzüge von einheimischen Mitbewohner*innen in einer WG mitten in der Stadt.

Augen und Ohren lohnt es sich unbedingt auch außerhalb der Uni offen zu halten. Schon vom Bezalelcampus aus kann mensch über die Grenzen nach Palästina schauen. Auch wenn Jerusalem vollgestopft ist mit Geschichte und Kultur, solltet ihr unbedingt auch herumreisen. Da Israel gerade mal so groß ist wie Hessen, sind Eins-zwei-drei-vier-Tagesausflüge ideal um Land und Leute kennen zu lernen. Totes Meer, Tel Aviv, Haifa, die Berge im Norden, Nazareth, Eilat, Bethlehem, Ramallah, Hebron, Petra… – es gibt viel zu entdecken in der knappen Zeit, die euch neben der Uni bleibt.

Viele Grüße aus dem zugeschneiten Jerusalem sendet Alexander Naumann