Time leap India

gepostet am 8. Dez, 2015
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Der Designer und Laboringenieur Jörg Stoplmann im Bereich Fotografie besucht unsere Partnerhochschule das National Institut of Design:

In gedämpften Licht senkt sich leise der Schnee, Deutschland sinkt in gedeckten Farben in den Nachmittag, die Töne werden dumpfer, kein Laut stört diese Ruhe.

fünfeinhalb Stunden und 5926,09 km südlich knallt die Sonne ihre letzten Stahlen auf eine Stadt mit 5,6 Millionen Menschen, 30 Grad im Schatten lassen den Staub in der Luft zirkulieren und sich als grauen Guss über alles legen was sich jener Bewegung verweigert, diese Stadt findet keine Ruhe, sie erfindet sich in jeder Minute neu, bei einer Lautstärke die an ein Rennen am Nürburgring erinnert. Ahmedabad die 5 größte Stadt Indiens kennt keinen Schlaf, sie erneuert sich langsamer als sie sich verbraucht. Mitten im Getöse eines nie endenden Verkehrs, in einer Dunstglocke, die an die frühe Zeit der Industrialisierung in Deutschland erinnert, steht eine Festung, eine Enklave, eine Insel aus Grün. Aufbegehrend, aufmüpfig, ein Gegenbild. Hier wohnt der Geist eines Urvaters des modernen Designs Indiens, Charles Eames.

Steinwege schlängeln sich durch die Gärten. Die Wärme der aufgeheizten Gebäude strahlen in die hallenden Freiflächen, Hunde wärmen ihre Körper am Stein, Geckos suchen in den Häusern einen warmen Unterschlupf, nun sind die mehr als 30 m hohen Bäume das Quartier der Vögel und Streifenhörnchen. Da oben ist alles wie Elektrifiziert, die Vögel zetern um den besten Platz zum Abtauchen in die quirligen Straßen ringsum. Reges Treiben rund um die Mensa, auf dem Campus, das Leben hier läuft zur Hochform auf. Die Sonne wirft lange Schatten in die Gärten, Pfaue stolzieren wie Könige über das Grün des Bolzplatzes. Die Studierenden nutzen den kühlenden Abendwind um Projekte zu bereden. In 3 Tagen ist Präsentation und die Werkstätten sind hell erleuchtet und erfüllt vom Sound der Maschinen aus allen Epochen der Verarbeitungstechnik. Lachen, Stimmen, dieser spezielle Klang rotierender Maschinen dringt nun in die Dunkelheit der Nacht. Die Luft auf dem Campus des NID (National Institut of Design) in Ahmedabad ist erfüllt von Licht und Leben. Dieses Licht zieht uns in das Innere des Werkstattkomplexes, kleine Gruppen von Studierenden arbeiten an Tischen und Maschinen, sammeln sich um sich wieder zu zerstreuen. Die Zwischenergebnisse langer inhaltlicher und handwerklicher Arbeit werden beraten und weitere Schritte diskutiert. Metall, Holz, Keramik, Kunststoff, Bamus, Ton, Textilien und Ideen werden bewegt. Material- und fachübergreifend versuchen die Studierenden den Charakter, die Funktion, die Form von der Idee bis hin zur Materialisierung ihrer Designideen zu formulieren. Überall treffen wir auf offene freundliche Gesichter, die fasziniert von ihrem Metier, ihren Werkstücken, ihren Ideen, von der Entstehung und dem fertigen Produkt erzählen. Es entspinnt sich eine Gespräch dem wir uns kaum entziehen können. Und doch spüren wir die Anspannung im Angesicht der bevorstehenden Präsentation. Mit Ahmedabad betreten wir eine für uns Neue Welt der Gegensätze die so nah bei einander liegen. Hier erzählt man vom Bauhaus, von Le Corbusier, zeigt uns eine Stuhlsammlung der Klassiker der italienischen und deutschen Designgeschichte und draußen leben Menschen im staubigen Sand der Straßen zwischen offenen Feuerstellen , Asche und Abfall. Hunde streunen auf der Suche nach Nahrung durch die spärlich erleuchteten Straßen, gezeichnet vom Überlebenskampf in dieser der Stadt. Und da schließt sich der Kreis vom dem was unsere Berliner Studierenden hier einbringen können und wollen. Es ist nicht nur der Einsatz eines neuen Materials, eine neue Verbindung, ein neue Form, es ist eben auch die Auseinandersetzung mit sozialen und kulturellen Aufgaben dieser Stadt, dieses Indiens.

Ronja , Daniel und Ramiz beschäftigen sich im Schwerpunkt Systemdesign, mit einem Projekt für ein Flut-Frühwarnsystem, tragen alle erdenklichen Informationen und Schlussfolgerungen in einer Mintmap zusammen, um im Falle einer Flutkatastrophe alle notwendigen Maßnahmen koordiniert und gut strukturiert ablaufen zu lassen. Dafür haben sie sich mit lokalen und überregionalen staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen (GSDMA, NDRF, NGO’s) beraten. Ira, Nora, Deepesh und Janina beschäftigen sich im Schwerpunkt Systemdesign mit einem Projekt zu „Verbrechen und Bestrafung“ wobei auch hier die Recherche und die Befragung der Menschen vor Ort einen große Rolle spielte. Alle sind beseelt von den Eindrücken, den Menschen, von den Extremen die dieses Land bewegen. Fragen tun sich auf und bleiben ohne Antwort. Der Lauf der Dinge und die inneren Gesetze scheinen uns fremd. Für die primäre Aufgabe des Designs braucht es nicht auf alle Fragen eine Antwort, vielmehr steht in Vordergrund ein offenes System zu strukturieren das pernament nach Antworten deren Lösungen sucht, wie Indien.

Ab ins neue Semester – Kurzzeitprojekte

gepostet am 17. Okt, 2015
Ab ins neue Semester - Kurzzeitprojekte

Kaum waren wir aus den Semesterferien raus – ging es in der Hochschule schon mit viel Arbeit und Schweiß los. Präsentiert wurden letzten Samstag die Kurzzeitprojekte unseres wundervollen Studienganges „Industrial Design“. Diese Kurzzeitprojekte finden nur jedes Wintersemester statt und dabei stellen das dritte, fünfte und auch einige Vetreter des siebten Semesters sämtliches Können in einer Woche unter Beweis.

Die ersten zwei Tage wurden dazu genutzt, um zu recherchieren zu den jeweilig relevanten Themen der Projekte.

Im Projekt „Wearable Electronics“ ging es darum ein tragbaren Helfer am Handgelenk zu gestalten, der so Einiges an Funktionen in petto hatte  – wie zum Beispiel den Puls zu bestimmen.

Ein anderes Projekt: „Palm Leaves“ beschäftigte sich mit den Nutzungsweisen der Areca-Palme in Bezug auf Verpackungen und überraschte in der Präsentation mit tollen Ergebnissen, wie einer T-Shirt-Verpackung oder einer Aufbewahrungsbox für Essen unterwegs. Gearbeitet wurde hier mit dem Unternehmen Leef.

Im „Origami“-Projekt wurde gefaltet bis die Köpfe irgendwann rauchten und sich die Blätter in sämtliche Richtungen wellten. Am Ende wurden Laptoptaschen mit den erlernten Faltungen präsentiert.

Beim „Urban Vogelhaus“ gestalteten die Studenten zusammen mit Volker Schumann neuartige Vögelhäuser, die sich super an Fassaden, Fenstern und deren Bänken integrieren lassen, um gerade in Großstädten den Vögeln das Überleben zu erleichtern. Gleichzeitig bot dieses Projekt auch die Möglichkeit einige neue Gestaltungsmöglichkeiten für Vögelhäuser auszuprobieren.

Die Studenten aus dem Projekt „3D Patterns und Shapes gestalteten modulare Systeme aus dreidimensionalen Formen und Körpern. Dabei wurde viel ausprobiert, Formen auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt und anschließend konnte man diese im Zusammenhang mit neuartigen Regelsystemen und Küchenhelfer, wie ineinander steckbare Schalen, bewundern. Fantastisch!

Die Präsentation des letzten Projekts war eine wahrhaftig nachhaltige Erfahrung – denn es ging darum, zukünftige Prototypen von Produkten zu entwickeln, die dabei helfen, Urban Farming zu unterstützen. Unter den Endprodukten war z.B. eine Mini-aufbereitungsanlage für Humus!

Nun könnt Ihr hier natürlich auch in der Bildergalerie unsere Endresultate bewundern und euch begeistern lassen!

Fotos: Jan Vietze

 

 

OLOID – eine Form mit vielen Features

gepostet am 17. Okt, 2015
OLOID - eine Form mit vielen Features

Der OLOID – ein geometrischer Körper, der es in sich hat. Er hat ein bisschen Ähnlichkeit mit zwei Miesmuscheln, die man in entgegengesetzter Form aufeinander stülpt. Korrekt ausgedrückt ist es eine konvexe Hülle zweier gleich großer, sich senkrecht schneidender Kreise, deren Mittelpunkte einen Abstand zueinander haben, der gleich ihrem Radius ist. Versteht ihr beim ersten Lesen auch erstmal Bahnhof? Dann schaut euch die Resultate hier selbst an!

Rühren, Umwälzen, Belüften

Wasser und Energie: die Schlüsselelemente der Zukunft. Die Inversions-Technik GmbH bietet eine fortschrittliche Technik zur Aufbereitung von Abwasser und Behandlung flüssiger Medien an. Die Maschinen werden als Rührer, Mischer und Oberflächen- Belüfter eingesetzt. Diese Rühr- und Belüftungstechnik basiert auf einer dreidimensionalen und impulsartigen Bewegung und auf einer speziellen Formgebung des Rührkörpers, des OLOIDS. Das Resultat: sparsamster Energieeinsatz und bestmögliche Lösungen in der Verfahrens- und Umwelttechnik.

Aus diesem Körper wurden Produkte entwickelt, die das Wasser so aufbereiten, z.B. in großen Kläranlagen, dass es gleichmäßig fließt und sich dadurch besser reinigen lässt. Kooperiert wurde mit der Firma Rexroth GmbH, die in der Praxisphase einige Modelle für unsere Studenten bereitstellten , an denen sie sich orientieren konnten. Das Projekt wurde von Prof. Birgit Weller und Prof. Jan Vietze betreut.

Fotos: Jan Vietze

 

Unsere ersten Bachelor

gepostet am 13. Jul, 2015
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Unsere erste Absolventenfeier !
Der erste Jahrgang hat sein Bachelor Studium Industrial Design erfolgreich beendet. Glückwunsch und alles Gute für die Zukunft!

DMY 2015

gepostet am 15. Jun, 2015
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Zum zweiten Mal stellte unser Studiengang Industrial Design der HTW Berlin auf der diesjährigen DMY aus.Im Kraftwerk Mitte präsentierten wir neben den Ergebnisse des letzten Semesters zudem die Bachelorarbeiten unseres ersten Abschlussjahrgangs.

Bilder: Sabrina moschütz

Bachelor 2015

gepostet am 29. Mrz, 2015
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Voller Stolz präsentieren wir die Arbeiten unseres ersten Bachelor-Jahgangs Industrial Design. Die 26 Absolventen exponierten ihre unterschiedlichen Projekte ab dem 30.März in der Halle der HTW. Zu bewundern gibt es eine spannende Bandbreite von Teeservicen und Wasserkochern über Fußbekleidung und Trainingsgeräte bis hin zu neuartigen Rucksäcken und Möbeldesign.

Bilder: Thanh Tam Huynh

Rund ums Rad – Endpräsentation des Kurses CYCLEMANIA

gepostet am 11. Mrz, 2015

Ziel der Projektarbeit war die Entwicklung von neuen Designkonzepten für Komponenten, Bauteile, Add ons, Zubehör oder auch komplette Fahrräder.

Der Fokus liegt auf der persönlichen Individualisierbarkeit, Konfigurierbarkeit, und der Anwendung von modernen oder neuartigen Fertigungstechnologien für Kleinserien.

Entstanden sind viele neue Ideen, von denen einige sogar als funktionsfähige Prototypen präsentiert wurden.

Da wieder einige schutzwürdige Innovationen entwickelt wurden, können wir leider nicht alles zeigen.

Glückwunsch an alle Studierenden des Projektes für die tollen Ergebnisse!

Bilder: Prof. Jan Vietze

CYCLEMANIA
Semesterprojekt Industrial Design
3./5. Semester
WS 2014/15
Betreuung: Prof. Jan Vietze

Ein feierlicher Abschluss – Convocation am NID

gepostet am 9. Dez, 2014
Bild: NID

Als glänzenden Abschluss unserer Reise durften wir Teil der jährlichen Convocation, der Zeugnisvergabe der Bachelor- und Masterstudenten sein. In einer wunderschönen feierlicher Atmosphäre vergab der Präsident des NID, Professor Pradyumna Vyas, Anand Mahindra,
Chairman sowie Vijai Singh KatiyarActivity Chairperson nach  inhaltlich eindruckvollen Worten, die Urkunden.

Wochenlang wird der Campus vorbereitet, jeder Stein gesäubert, gestrichen, Ausstellungen aufgebaut. Jeder Studiengang präsentierte sich mit Projekten des vergangenen Jahres. Natürlich gab es auch die Arbeiten der Absolventen zu bewundern. Auch ein paar unserer Objekte wurden ausgestellt, darunter ein Kinderschaukelpferd mit grünem Sitzbezug, welches auf dem Wasser zu schweben schien.

Alle Graduierten und Lehrende tragen zu diesem Anlass  eine farblich abgestimmte Kleidung. Besonders faszinierend waren die Roben, Saris und Kurtas, Bindis, Tücher und Farben wohin man auch sah. Ein würdevolles Bild, ein würdevoller Abschluss des Studiums.  Ein letzter sichtlicher Unterschied, zwischen Deutschen und Indern, es gibt so schöne Alternativen zu schwarzen Anzügen und überschminkten jungen Frauen in zu kurzen Röcken!

Nach einem letzten Dinner mit unseren indischen Kommilitonen und neuen Freunden hieß es dann schon wieder Abschied nehmen.

Wir möchten an dieser Stelle dem DAAD, dem Direktor des NID, Pradyumna Vyas, Prof. Solanki sowie unseren ProfessorInnen Birgit Weller, Katrin Hinz und Jan Vietze danken, die dieses Projekt inhaltlich und finanziell gefördert und möglich gemacht haben. Wir haben eine uns fremde Kultur, unsere faszinierende Partnerhochschule – das National Institut of Design – kennenlernen, neue Erfahrungen mit einem wunderbaren Material sammeln können und neue indische Freunde gefunden.

Good Bye Incredible India – bis zum nächsten Mal!

Bilder: Marten Jahn

Zwischen wilden Löwen und Wassertreppen

gepostet am 7. Dez, 2014
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Um nicht nur das harte Studentenleben am NID, sondern auch ein wenig Kultur und wildes Indien kennen zu lernen, fuhren wir Freitag Nacht in Richtung Arabisches Meer in den Gir National Park. Nach zehnstündiger Busfahrt (für 300 Kilometer) und einem kleinen Frühstück besuchten wir den Tempel Somnath, den heiligsten der zwölf Schreine des Gottes Shiva.
Während einer  Nachtwanderung in freier Wildnis zeigten uns die Guides abgefressene Kadaver und inszenierten für uns eine spannende Tour durch den Nationalpark. Uns und auch den Guides fiel es schwer, das Lachen zu unterdrücken und den Ausflug ernsthaft zu bestreiten.
Der Gir National Park ist derzeit der einzige Ort, wo in Indien noch ca. 400 Löwen  (ja, Löwen, keine Tiger) leben. Um einen weiteren kleinen Einblick in die Natur Indiens zu bekommen, machten wir eine Safari durch einen kleinen touristisch zugänglichen Teil des Gir National Parks, um freilebende Löwen zu sehen. Und es gelang unserem Guide sogar, sie uns aus der Ferne zu zeigen. OK: neben uns starrten noch zehn andere Jeeps voll mit gaffenden Touristen auf die vier braunen Flecken, die sich als müde, alte Löwen enttarnten. Eindruckvoll war die karge Landschaft sowie die vielen anderen Tiere, wie Antilopen, Eulen, Affen, Rotwild, unzählige Vogelarten und vieles mehr.
Als Abschluss unseres Wochenendes besuchten wir den Treppenbrunnen Adalaj aus dem elften Jahrhundert, welcher nicht nur durch seine Funktionalität, sondern auch besondere Ausarbeitung und Schönheit besticht.

Bilder: Kay Kazemi, Marten Jahn

NID International Bamboo Workshop 2014 — Tag 6

gepostet am 6. Dez, 2014
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„IT’S THE FINAL COUNTDOWN“, um frei nach EUROPE zu zitieren.

Willkommen zum Präsentationstag! Ein bunter Mix aus letzten Anstrichen, finalem Schleifen und dem Aufbau der Präsentation, die unsere Professoren Katrin Hinz, Birgit Weller und Jan Vietze gestalteten. Wir haben die große Ehre im wunderschönen ‚Aquarium‘ ausstellen zu dürfen, einem von allen Seiten verglasten Raum mit Ausblick ins Grüne. So einen Raum wünschte ich mir auf den Wilhelminenhofcampus! Als wir uns die Resultate dieser fünfeinhalb Tage ansahen wurde uns staunend bewusst, wieviel wir in so kurzer Zeit gestaltet hatten.

Von indischer Seite wurde der Zugang aufwendig mit frischen Blumen geschmückt.

Nach einem kleinen Snack im BMW (Behind the Metall Workshop 😉 trugen wir unsere einheitlichen, extra gefertigten BAMBOO-WORKSHOP-SHIRTS und versammelten uns zur Präsentation unserer Ergebnisse. Mit einer feierlichen Zeremonie wurde die Ausstellung vom Direktor eröffnet. Wir waren erstaunt, wieviele Lehrende und Gäste Interesse an unseren Arbeiten zeigen. Das Feedback war großartig!

Die herausragende Vorbereitung des Workshop, die Arbeitsbedingen, die Unterstützung duch die Craftmen, das Wohnen auf dem Campus, die intensive Betreuung und täglich nur wenige Stunden zum Essen und Schlafen hatte sich gelohnt.

Bilder: Kay Kazemi, Marten Jahn, Birgit Weller