Ein feierlicher Abschluss – Convocation am NID

gepostet am 9. Dez, 2014
Bild: NID

Als glänzenden Abschluss unserer Reise durften wir Teil der jährlichen Convocation, der Zeugnisvergabe der Bachelor- und Masterstudenten sein. In einer wunderschönen feierlicher Atmosphäre vergab der Präsident des NID, Professor Pradyumna Vyas, Anand Mahindra,
Chairman sowie Vijai Singh KatiyarActivity Chairperson nach  inhaltlich eindruckvollen Worten, die Urkunden.

Wochenlang wird der Campus vorbereitet, jeder Stein gesäubert, gestrichen, Ausstellungen aufgebaut. Jeder Studiengang präsentierte sich mit Projekten des vergangenen Jahres. Natürlich gab es auch die Arbeiten der Absolventen zu bewundern. Auch ein paar unserer Objekte wurden ausgestellt, darunter ein Kinderschaukelpferd mit grünem Sitzbezug, welches auf dem Wasser zu schweben schien.

Alle Graduierten und Lehrende tragen zu diesem Anlass  eine farblich abgestimmte Kleidung. Besonders faszinierend waren die Roben, Saris und Kurtas, Bindis, Tücher und Farben wohin man auch sah. Ein würdevolles Bild, ein würdevoller Abschluss des Studiums.  Ein letzter sichtlicher Unterschied, zwischen Deutschen und Indern, es gibt so schöne Alternativen zu schwarzen Anzügen und überschminkten jungen Frauen in zu kurzen Röcken!

Nach einem letzten Dinner mit unseren indischen Kommilitonen und neuen Freunden hieß es dann schon wieder Abschied nehmen.

Wir möchten an dieser Stelle dem DAAD, dem Direktor des NID, Pradyumna Vyas, Prof. Solanki sowie unseren ProfessorInnen Birgit Weller, Katrin Hinz und Jan Vietze danken, die dieses Projekt inhaltlich und finanziell gefördert und möglich gemacht haben. Wir haben eine uns fremde Kultur, unsere faszinierende Partnerhochschule – das National Institut of Design – kennenlernen, neue Erfahrungen mit einem wunderbaren Material sammeln können und neue indische Freunde gefunden.

Good Bye Incredible India – bis zum nächsten Mal!

Bilder: Marten Jahn

Zwischen wilden Löwen und Wassertreppen

gepostet am 7. Dez, 2014
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Um nicht nur das harte Studentenleben am NID, sondern auch ein wenig Kultur und wildes Indien kennen zu lernen, fuhren wir Freitag Nacht in Richtung Arabisches Meer in den Gir National Park. Nach zehnstündiger Busfahrt (für 300 Kilometer) und einem kleinen Frühstück besuchten wir den Tempel Somnath, den heiligsten der zwölf Schreine des Gottes Shiva.
Während einer  Nachtwanderung in freier Wildnis zeigten uns die Guides abgefressene Kadaver und inszenierten für uns eine spannende Tour durch den Nationalpark. Uns und auch den Guides fiel es schwer, das Lachen zu unterdrücken und den Ausflug ernsthaft zu bestreiten.
Der Gir National Park ist derzeit der einzige Ort, wo in Indien noch ca. 400 Löwen  (ja, Löwen, keine Tiger) leben. Um einen weiteren kleinen Einblick in die Natur Indiens zu bekommen, machten wir eine Safari durch einen kleinen touristisch zugänglichen Teil des Gir National Parks, um freilebende Löwen zu sehen. Und es gelang unserem Guide sogar, sie uns aus der Ferne zu zeigen. OK: neben uns starrten noch zehn andere Jeeps voll mit gaffenden Touristen auf die vier braunen Flecken, die sich als müde, alte Löwen enttarnten. Eindruckvoll war die karge Landschaft sowie die vielen anderen Tiere, wie Antilopen, Eulen, Affen, Rotwild, unzählige Vogelarten und vieles mehr.
Als Abschluss unseres Wochenendes besuchten wir den Treppenbrunnen Adalaj aus dem elften Jahrhundert, welcher nicht nur durch seine Funktionalität, sondern auch besondere Ausarbeitung und Schönheit besticht.

Bilder: Kay Kazemi, Marten Jahn

NID International Bamboo Workshop 2014 — Tag 6

gepostet am 6. Dez, 2014
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„IT’S THE FINAL COUNTDOWN“, um frei nach EUROPE zu zitieren.

Willkommen zum Präsentationstag! Ein bunter Mix aus letzten Anstrichen, finalem Schleifen und dem Aufbau der Präsentation, die unsere Professoren Katrin Hinz, Birgit Weller und Jan Vietze gestalteten. Wir haben die große Ehre im wunderschönen ‚Aquarium‘ ausstellen zu dürfen, einem von allen Seiten verglasten Raum mit Ausblick ins Grüne. So einen Raum wünschte ich mir auf den Wilhelminenhofcampus! Als wir uns die Resultate dieser fünfeinhalb Tage ansahen wurde uns staunend bewusst, wieviel wir in so kurzer Zeit gestaltet hatten.

Von indischer Seite wurde der Zugang aufwendig mit frischen Blumen geschmückt.

Nach einem kleinen Snack im BMW (Behind the Metall Workshop 😉 trugen wir unsere einheitlichen, extra gefertigten BAMBOO-WORKSHOP-SHIRTS und versammelten uns zur Präsentation unserer Ergebnisse. Mit einer feierlichen Zeremonie wurde die Ausstellung vom Direktor eröffnet. Wir waren erstaunt, wieviele Lehrende und Gäste Interesse an unseren Arbeiten zeigen. Das Feedback war großartig!

Die herausragende Vorbereitung des Workshop, die Arbeitsbedingen, die Unterstützung duch die Craftmen, das Wohnen auf dem Campus, die intensive Betreuung und täglich nur wenige Stunden zum Essen und Schlafen hatte sich gelohnt.

Bilder: Kay Kazemi, Marten Jahn, Birgit Weller

NID International Bamboo Workshop 2014 — Tag 5

gepostet am 5. Dez, 2014
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Es ist Donnerstag und das wilde Treiben im Workshop wird bei nahender Präsentation noch wilder. Uns – 25 indischen und deutschen Studierenden – stehen seit Workshopbeginn für die Realisierung unserer Ideen und Entwürfe drei Craftsmen zur Seite. Zwei Craftsmen sind extra für uns aus Ostindien angereist!  Die erfahrenen Handwerker spalten, biegen, schneiden und verformen den Bambus spielend. Für uns ist die Situation doch sehr ungewohnt, Entwürfe zu zeichnen und dann bauen zu lassen. Auf diese Weise können aber auch größere Objekt, wie Stühle oder Kinderschaukeln entstehen. Für uns ist es jedoch teilweise einfacher unsere Ideen selbst zu bauen – die Sprachbarriere wird hier doch deutlich spürbar. Bambus ist außerdem so ein tolles Material, dass wir es genießen es selbst zu bearbeiten.
Auch die Presse begleitete uns heute erneut, machte eifrig Fotos und interviewte Teilnehmer. Wir sind beeindruckt, welche mediale Präsenz und Wichtigkeit das NID hat.

Parallel zu unseren Projekten arbeiten wir an einer Dokumentation über das Projekt. Ohne die fantastische Unterstützung des Direktors Pradyumna Vyas hätten wir nicht diese Möglichkeiten. Wir waren froh, dass er uns bei seinem engen Zeitpan zu einem Interview bereit war 🙂

 

Bilder: Kay Kazemi und Birgit Weller

NID International Bamboo Workshop 2014 — Tag 4

gepostet am 4. Dez, 2014
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Studio Interior Design, Ahmedabad, 23:01 (Berlin 18:31)

Anna lacht, ›Was war denn krass heute?‹, sie lacht weiter, ›Wir haben heute eine extrovertiert schöne Wasser-Regen-Rassel‹, Peter: ›Regenmacher‹, A: ›gebaut, innerhalb von 1,5 Stunden, dass fand ich schon gut. Wir haben den Indern Spiced Cookies serviert‹, P: ›Gewürz Spekulatius‹, A: ›kam gut an, weil es indisch schmeckt‹, P: ›Zimt …‹

— A: ›Gehts das jetzt so weiter?‹

Den vierten Tag, den dritten des Workshops, haben wir natürlich mit der Detaillierung unserer Bambusprodukte verbracht. Es ist ein tolles Material – einfach zu Biegen und trotzdem extrem stabil. Die Materialspannung führt zu einer eigenen Formensprache des Bambus und bietet viele Möglichkeiten. Die kreisförmigen Querschnitte, die Strukturen und die glatte Oberfläche inspirieren und verführen zu vielen Varianten. Die Professoren machen Druck: Freitag wird eine Präsentaion vor größerem Publikum und Presse stattfinden. Trotz Vornamen und freundlichstem Umgang zwischen Studierenden und Professoren ist Pravinsinh die absolute Autorität, mit sanftem Lächeln, schafft er es, Entwürfe zu kritisieren und mit stets freundlichem Ton den Zeitdruck hervorzuheben.

Das Ziel des Projektes, Produkte zu gestalten, die im NIDUS Shop verkauft werden können, ist anspruchsvoll. Der NIDUS Shop ist hier auch kurz zu erwähnen: Direkt am NID ist dies ein Shop indem Produkte von Studierenden und Absolventen verkauft werden. So eine Möglichkeit wäre auch für uns in Berlin wünschenswert.

Interessant ist natürlich der Austausch mit unseren indischen Kommilitonen: Studium, Leben, Gestaltung, Familie, Zukunftplanungen – es gibt viel zu besprechen.

A: ›Dann gehen wir aber jetzt auch mal!‹ und klatscht die Flache Hand auf den Tisch. Ich mag Anna. Gute Nacht Deutschland (Mittlerweile ist es 23:34, hier dauert alles irgendwie ein bisschen länger)!

 

Bilder: Marten Jahn und Birgit Weller

NID International Bamboo Workshop 2014 — Tag 3

gepostet am 2. Dez, 2014
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Tag 3

Und natürlich haben wir es uns nicht entgehen lassen, den Abend auf unserer Dachterasse mit indischer Unterstützung ausklingen zu lassen. Vielleicht ein bisschen zu lang, und zu laut  — Prof. Katrin ermahnte uns, man hörte die Gruppe wohl auf den ganzen Campus.

09:30 — Methodik made in Germany: Kommilitone Danny hat zur Themenfindung einen Kreativ-Workshop gehalten in dem es darum ging, möglichst schnell auf eine große Menge an Ideen zu kommen, heraus zu arbeiten und dann aus diesen das passende Produkt zu generieren

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16:00 — Elf Uhr Dreißig: Wahrscheinlich werden wir noch ein paar Tage brauchen um uns an die Zeitverschiebung zu gewöhnen und dann gehts auch schon zurück. Die Stimmung in der Werkstatt ist entspannt. Prof. Katrin und Prof. Birgit entwerfen gemeinsam Schmuck, immer mal wieder gibts Tee oder eine entspannte Runde über den Campus. Um 18:00 gehts in die zweite Runde des Kurzfilm-Screenings und mit Sicherheit werden wir auch nach dem Abendessen noch eine Runde arbeiten.

21:00 – Kurzer Stadtbummel: Nach dem Abendessen in der Mensa entschlossen sich ein paar von uns noch zu einem kurzen Stadtbummel zum nahe liegenden Supermarkt. Zwar war der nur knapp ein Kilometer entfernt, doch war der Weg deswegen nicht weniger aufregend. Straßenverkehr in Indien ist für den gemeinen Europäer eine Mischung aus Impressionsflut und Glück. Das Highlight war das Petro-Leum an dem wir vorbeikamen, so schöne Verleser passieren nur auf Reisen.

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Fortsetzung folgt …

NID International Bamboo Workshop 2014 — Tag 2

gepostet am 1. Dez, 2014
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Tag 2

Es war eine kurze Nacht, wir saßen noch lange zusammen und haben uns über Eindrücke und erste Erfahrungen ausgetauscht. Das Aufstehen fällt ein bisschen schwer, nach Frühstück und Chai sind alle fit für den Tag.

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09:30 — Eine gesegnete Werkstatt: Mit einer traditionellen Zeremonie eröffnen wir gemeinsam die temporäre Bambus–Werkstatt auf dem Campus. Blumenschmuck an der Tür, Gebete in Form von Gesang und ›Bindis‹ für alle. Wir Deutschen fühlen uns ein bisschen wie VIP´s, der NID-Fotograf weicht nicht von unserer Seite, immer wieder bekommen wir Chai (Prof. Birgit: ›Das gab´s noch nie!‹) und es war sogar die Presse da. Die Studierenden haben ein Plakat gestaltet, das am Campus hängt und für unsere Unterbringung mussten andere Studierende umziehen. Nicht immer ganz angenehm, versuchen wir es trotzdem zu genießen, es ist ein Privileg hier zu sein — doch gefühlt steigt der Leistungsdruck!

 

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11:30 — Bangalore calling: Nach ein bisschen Verzögerung, einer Präsentation von Craftsman Subrata Sarkar und mehrfachen Raumwechseln, beginnt eine weitere Präsentation über Bambus von Prof. C. S. Susanth, der per Video vom NID Campus Bangalore zugeschaltet wurde.

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18:00 — Kino: Viele Studierende strömen ins Auditorium, natürlich sind die meisten von uns auch dabei, wir wollen uns die Ergebnisse eines Filmkurses nicht entgehen lassen. Es werden 6 Kurzfilme gezeigt, einige mit politischen Inhalten wie der Rolle der Frau oder dem Thema Transgender.

Alle Gruppen haben den Tag genutzt um Entwürfe zu machen, wir zeigten den indischen Studierenden deutsche Kreativtechniken, unsere Art des Prototyping und probierten uns am Material Bambus. Für einige von uns ging es zum Abendessen mit dem Tuktuk in die Stadt, andere blieben auf dem Campus und haben bis 00:00 Uhr mit indischen Kollegen weiter gearbeitet.

Fortsetzung folgt …

Bilder: Kay Kazemi

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